Innerhalb von nur drei Tagen haben mehr als 450 in der Schweiz tätige Gesundheitsfachpersonen einen offenen Brief unterzeichnet, in dem sie Ignazio Cassis auffordern, sich unverzüglich für die Freilassung von Dr. Hussam Abu Safiya, palästinensischer Kinderarzt und Direktor des Kamal-Adwan-Spitals im Gazastreifen, einzusetzen. Er wird seit dem 27. Dezember 2024 ohne Anklage oder Gerichtsverfahren willkürlich von Israel festgehalten. Berichten zufolge wurde er schwer gefoltert und sein Leben ist inzwischen akut gefährdet.
Das aktuelle medico-Bulletin steht unter dem Motto «handlungsfähig bleiben». Es richtet den Blick auf Kurdistan, Palästina, Kuba und Vietnam – und zeigt, wie unsere Partnerorganisationen und die Solidaritätsarbeit von medico in der Schweiz auch unter schwierigen Bedingungen Räume für Begegnung und Veränderung schaffen.
Auch dieses Jahr waren wir am 1.Mai-Programm in Zürich aktiv. Mit Veranstaltungen zu Palästina und zu Syrien/Rojava konnten wir durch direkte Begegnungen kämpfe verbinden.
Die Schweiz engagiert sich weltweit für Menschenwürde und gegen die Todesstrafe. Nun hat die israelische Knesset ein Gesetz beschlossen, das die Todesstrafe bei Verurteilungen wegen «Terrorismus» faktisch obligatorisch macht – und dies ausschliesslich für Palästinenser*innen. Fordere mit medico international schweiz und Amesty International den Schweizer Bundesrat JETZT auf, vehement für die Aufhebung des diskriminierenden Todesstrafengesetzes einzustehen.
Der Jahresbericht 2025 gibt Einblick in die wichtigsten Aktivitäten und Entwicklungen der von medico unterstützten Projekte. Er führt nach Mexiko, Guatemala, Nicaragua, El Salvador, Kuba, Vietnam, Kurdistan sowie nach Palästina/Israel und zeigt zugleich das Engagement von medico in der Schweiz. Der Finanzbericht legt offen, wie die uns anvertrauten Mittel verantwortungsvoll eingesetzt werden. Wir wünschen eine anregende Lektüre.
Gegenwärtig debattiert das israelische Parlament über ein neues Gesetz zur Todesstrafe, das de facto ausschliesslich für Palästinenser*innen gelten würde. Gemeinsam mit dem Forum für Menschenrechte Israel/Palästina verurteilt medico diese völkerrechtswidrige und diskriminierende Verschärfung und fordert den Schweizer Bundesrat zu einer klaren Position sowie zu politischen Massnahmen gegenüber Israel auf.
Nach den gewaltsamen Reaktionen der organisierten Kriminalität auf die Tötung des mächtigsten Mafiabosses bei einer Militäraktion warnen mexikanische Menschenrechtsorganisationen vor einer wachsenden Gefährdung von Aktivist*innen. Der medico-Projektverantwortliche, Martin Hesse, ist derzeit auf Projektreise in Mexiko und berichtet aus Acapulco im Bundesstaat Guerrero.
Die Lebenssituation in Kuba verschärft sich durch die ausgeweitete US-Blockade dramatisch. Die Einschränkungen treffen insbesondere die Energie- und Treibstoffversorgung und haben gravierende Folgen für das öffentliche Leben, Handel, Gesundheitssystem und Lebensmittelproduktion/-versorgung. Die medico-Partner*innen berichten von wachsendem Mangel und sozialer Zuspitzung. Während westliche Regierungen schweigen, fordern sie mit Nachdruck: Lasst uns leben!
Am 2. Februar wurde die Wiederöffnung des Grenzübergangs Rafah zwischen Gaza und Ägypten verkündet. Doch die Erleichterung ist trügerisch: Die Öffnung bleibt stark eingeschränkt, humanitäre Güter werden weiterhin blockiert, und nur wenige Kranke und Verletzte dürfen passieren. Über 16’500 Patient*innen warten nach wie vor auf lebensrettende Behandlungen. Die Lösung wäre ein humanitärer Korridor innerhalb des palästinensischen Gesundheitssystems – nach Ostjerusalem und in die Westbank.
Im Zuge der eskalierenden Angriffe auf die autonome Region Nordostsyriens wurde auch das Hauptquartier der medico-Partnerorganisation Kurdischer Roter Halbmond bombardiert. Aufgeben ist für die Teams dennoch keine Option: Sie bleiben an der Seite der Bevölkerung und leisten unter extremen Risiken Nothilfe für Vertriebene.